Im Namen der Gemeindevertretung und aller
Einwohner der Gemeinde Warnau gratuliere ich unserer Freiwilligen Feuerwehr zum
112-jährigen Jubiläum.
Dank und
Anerkennung gebührt jedem, der als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr bereit
war und ist, ehrenamtliche Aufgaben, Dienst, Verantwortung und Engagement auf
sich zu nehmen, zum allgemeinen Wohl unserer Gemeinde, unserer Mitbürgerinnen
und Mitbürger. Dies gilt auch für alle diejenigen, die sich als fördernde
Mitglieder oder als Sponsoren für unsere Wehr eingesetzt haben.
Es sind
nicht nur der Brandschutz und vielfältige Hilfsaufgaben, es sind auch soziale
und kulturelle Funktionen, die unsere Feuerwehr übernommen hat.
Sie war und
ist wichtig für die Sicherheit, für die Dorfgemeinschaft, ihre Kameradschaft
fördert die Integration von Neubürgern, ihre Einsatzbereitschaft und ihre
Aktivitäten verdienen besonderes Lob, wobei das Verständnis der Ehepartner und
der Familienangehörigen eine wichtige Voraussetzung bilden.
Ich durfte
die Wehr seit 1986 als Bürgermeister 20 Jahre begleiten, zwar nur knapp 1/6 der
Zeit des gesamten Bestehens, aber ich kann die Wichtigkeit unserer Feuerwehr
aus dieser Zeit durch viele Anlässe und Situationen beurteilen und möchte
desahlb die gute Zusammenarbeit zwischen Wehr und Gemeinde hervorheben.
Anforderungen,
Aufgaben, Ausbildung, Technik und Ausstattung haben sich in 112 Jahren
grundlegend gewandelt. Im Laufe der Zeit ist die Feuerwehr eine
multifunktionale Institution geworden. Das geht nicht ohne Investitionen, ohne
finanzielle Mittel ab. In Zeiten, wo die öffentlichen Haushalte immer an der
Schwelle des Defizits pendeln, müssen wir sparen, aber wir müssen darauf
achten, dass wir es nicht an der falschen Stelle tun. Brandschutz und
Rettungswesen implizieren einen bestimmten technischen Standard, und die
notwendige Ausrüstung ist diesem jeweils
anzupassen. Das gilt auch für unsere Wehr und von daher muss diese
Auffassung auch für die Zukunft Bestand
haben.
Doch die
Unterstützung der Gemeinde ist nicht allein ausschlaggebend für die Zukunft
unserer Wehr. Voraussetzung sind aktive
Mitglieder, die diejenigen ersetzen, die nach jahrzehntelangem Feuerwehrdienst aus dem aktiven Dienst ausscheiden.
Wir
brauchen Nachwuchs für unsere Wehr! Möge das in den nächsten Jahren gelingen!
In diesem
Sinne wünsche ich dem Jubiläumsfest einen harmonischen Verlauf und bitte alle
Gäste, sich in unserer Gemeinde wohlzufühlen.
Günther
Danklefsen
Bürgermeister
Grußwort des Wehrführers

Die Ziffern 1 1 2 sind eine magische Zahl für die Feuerwehr. Aber diese Zahl ist
auch wichtig für jeden einzelnen. Denn unter der Telefonnummer 112 erreichen Sie die Feuerwehr, egal wo Sie sind. Bundesweit und ohne Vorwahl erreicht Ihr Anruf die in dem Bereich zuständige Rettungsleitstelle. Wenn Sie diese Telefonnummer wählen, wird Ihnen kompetente Hilfe angeboten – nicht nur bei einem Brand, sondern auch in anderen Notlagen. Unter 112 erreichen Sie auch den medizinischen Rettungsdienst. Für so eine wichtige Telefonnummer kann man deshalb gar nicht genug Werbung machen.
Die Freiwillige Feuerwehr Warnau feiert in diesem Jahr ihr 112jähriges Bestehen. Es ist kein runder Geburtstag, es ist der 112te. Es ist die Verbindung zur Notfall-Rufnummer. Als Werbung für diese besondere Telefonnummer feiern wir deshalb den diesjährigen Geburtstag etwas größer. Wir hoffen, alle Warnauerinnen und Warnauer feiern mit. Von dem attraktiven Programm sollten sich alle angesprochen fühlen, als Akteur beim Tanz oder Familienwettbewerb oder als Zuschauer bei der Theateraufführung oder dem Feuerwehr-Wettkampf.
In 112 Jahren haben sich in Warnau immer wieder Menschen zur Verfügung gestellt, um anderen in Notlagen zu helfen. Sie leisten mit ihren Aktivitäten aber auch einem Beitrag zum geselligen Leben im Dorf. Und die Feuerwehr packt an, wenn es gilt, für die Gemeinde besondere Arbeiten zu erledigen. Die Erweiterung des Bauhofes im letzten Jahr war z. B. so eine Aktion. Doch Engagement für andere heißt auch Verzicht auf eigene Freizeit. Wir stellen uns jedoch gern in den Dienst der Allgemeinheit. Das soll auch in Zukunft so bleiben.
Allen Sponsoren und Helfern, insbesondere unseren „Wirt“ Fiete Reimer und seinem Team, durch deren Einsatz die Durchführung dieser Veranstaltung erst möglich wird, danke ich ganz herzlich dafür. Unseren Gästen aus den Nachbargemeinden und allen Warnauern wünsche ich gute Unterhaltung und viel Spaß während der Festtage.
Gerhard Sieck
Gemeindewehrführer
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Freitag, 1.Sept. |
19:00 |
Kranzniederlegung am Ehrenmal |
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20:30 |
Aufführung der Warnauer Theatergruppe Hilfe – wer ist denn das? Oder: Zum Heiraten gehören 2“ |
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Anschl. Stammtisch und Musik im Festzelt |
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Samstag, 2.Sept |
13:00 |
Warnauer Feuerwehr-Mehrkampf mit den Nachbarwehren |
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13:00 |
Ausstellung „Alte Uniformen und Gerätschaften der Feuerwehr“ im neuen Bauhofgebäude |
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20:00 |
Großer Festball im Zelt mit Riesen-Tombola Zum Tanz spielt das „Westcoast-Trio“ Siegerehrung des Warnauer Feuerwehr-Mehrkampfes |
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Sonntag, 3. Sept |
9:30 |
Wecken mit Samba-Rhythmen der Samba-Gruppe „Boombao“ |
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10:30 |
Gottesdienst der Kirchengemeinde Kirchbarkau im Festzelt |
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13:00 |
Warnauer Familien im lustigen Wettkampf |
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17:00 |
Berittener Kesselpauken-Fanfaren-Zug zu Pferde vom Reiterhof Gläserkoppel |
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19.00 |
Siegerehrung des Familien-Wettkampfes und des Quiz anschließend gemütlicher Ausklang |
Zum 112jährigen
Jubiläum legt die Freiwillige
Feuerwehr
Warnau diese Festzeitschrift vor, um
allen
Interessierten einen Einblick in ihre
Entwicklung zu
geben.
Ermöglicht
wurde die Erstellung dieser Broschüre
durch die
dankenswerte Unterstützung zahlreicher
Firmen durch
Anzeigen.
Trotz aller
Aufmerksamkeit kann der Druckfehlerteufel
uns einen
Streich gespielt haben, wir bitten hierfür
um Verständnis.
|
Herausgeber |
Freiwillige
Feuerwehr Warnau |
|
Text |
Meike Först |
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Satz |
Gudrun
Dettmann |
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Druck |
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Auflage |
400 Exemplare |
|
Organisation |
Gerhard Sieck Holger
Schramm Malte Först Karl Oberem Udo Kaup Ingo Martin |
Es stehen für
Warnau zum Einsatz bereit
die
Feuerwehrmänner im blauen Kleid.
Ob Sturm oder
Regen, bei Tag und bei Nacht,
stets halten
die Männer treue Wacht.
Sie tun
freiwillig ihre Pflicht,
Ihr Warnauer
Bürger, vergesst das nicht!
Ist in Gefahr
eines Bürgers Haus,
ruft die Sirene
die Feuerwehr raus.
Bald sind die
Kameraden alle zur Stell`,
um dem
Bedrohten zu helfen schnell.
Sie tun
freiwillig ihre Pflicht,
Ihr Warnauer
Bürger, vergesst das nicht!
Gott zur Ehr` -
dem Nächsten zur Wehr,
das ist der
Wahlspruch der Feuerwehr.
Unter diesem
Gedanken vor Feuer und Brand
schützen die
Männer das Warnauer Land.
Sie tun
freiwillig ihre Pflicht,
Ihr Warnauer
Bürger, vergesst das nicht!
Nachdem nach
Einführung der neuen Brandwehr-Ordnung auf Antrag die Zusammenlegung der
Gemeinden Barmissen – Warnau-Fiefhusen zu einem Gesamt – Löschverband vom
Bezirksausschuss genehmigt war, wurde verschiedentlich der Wunsch nach Bildung
einer Freiwilligen Feuerwehr innerhalb des Löschverbandes ausgesprochen.
Am 11. Februar
1894 wurde zu diesem Zweck in Warnau Versammlung anberaumt. Dieselbe war stark
besucht. Nachdem die Sache in allen Teilen eingehend besprochen und der
Löschverband sich bereit erklärt, die Beschaffung von Löschgerätschaften auf
seine Kosten zu übernehmen, sowie gleichzeitig eine Beihilfe zur einheitlichen
Uniformierung der Wehr, einfache dunkelblaue baumw. Hemdblusen, in sichere Aussicht
gestellt, wurde auf Grundlage und Annahme des Normal-Statuts für ländliche
Freiwillige Feuerwehren die freiwillige Feuerwehr gegründet. Es traten der Wehr
36 Mann als aktive Mitglieder sowie 4 Mann als passive Mitglieder bei.

Nachdem die
Regelung der neuen Brandwehr – Ordnung beschleunigt wurde, wurde am 16. Februar
1894 die erste General – Versammlung unter folgender Tagesordnung einberufen:
Tagesordnung:
|
Punkt 1 |
Wahl der Vorstandsmitglieder,
Abteilungsführer etc. |
|
Punkt 2. |
Verteilung der Mannschaften |
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Punkt 3. |
Festsetzung der Jahresbeiträge |
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Punkt 4. |
Jährlich abzuhaltende Übungen |
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Punkt 5. |
Bestimmung über Ordnungsstrafen |
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Punkt 6. |
Sonstiges |
Diese wörtlich
übernommene erste Eintragung aus dem Protokollbuch beschreibt die Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr Barmissen-Warnau-Fiefhusen. Bereits vorher gab es in dem
Feuerlöschverband eine Zwangswehr. Die erste General – Versammlung wurde dann
am 16. Februar 1894 gemäß schon genannter Tagesordnung in Barmissen abgehalten.
Die neue Wehr wählte sich folgenden Vorstand:
|
Hauptmann: |
Johannes
Timpke |
Barmissen |
|
Stellvertreter:
|
Johannes Plön |
Warnau |
|
Steigerführer:
|
Christian
Hingst |
Barmissen |
|
Stellvertreter:
|
Johannes
Einfeldt |
Warnau |
|
Spritzenmannschaftsführer:
|
Gustav
Riecken |
Barmissen |
|
Stellvertreter: |
Heinrich Hauschildt |
Warnau |
|
Schriftführer: |
Christian
Hingst |
Barmissen |
|
Spritzenmeister: |
Christian
Dahl |
Barmissen |
|
Hornist: |
Johannes Hauschildt
|
Warnau |
Zehn
Feuerwehrmänner wurden der Steigerabteilung zugeordnet. Der Spritzenmannschaft
gehörten 23 Kameraden an. Als Jahresbeitrag wurde für aktive 1,20 Mark, für
passive Mitglieder 3 Mark festgesetzt. Die Versammlung beschloss, jährlich acht
Übungen abwechselnd in Barmissen und in Warnau abzuhalten, und zwar an jedem
ersten Sonntagnachmittag um 2 ½ Uhr in den Monaten April bis November. Der
damalige Amtsvorsteher, Kummerfeld aus Löptin, wurde über die Gründung der Wehr
informiert. Anscheinend wurde die Wehr aber nicht sofort als organisierte Wehr
anerkannt. Im Jahre 1902 beschloss man, die Uniformierung nach Vorschrift,
gleichzeitig mit den vorgeschriebenen Abzeichen einzuführen und diesen
Beschluss „dem Oberbrandmeister beschleunigt einzureichen mit der ergebenen
bitte zu veranlassen, dass der freiwilligen Feuerwehr unseres gemeinsamen
Löschverbandes die Eigenschaft als organisierte Wehr beschleunigt zuerkannt
werden möge.“
Ein 1897
gefasster Beschluss ist auch heute noch gültig: „ Die Ableistung der
militärischen Dienstpflicht sowie Einziehung zu Reserveübungen soll die
Mitgliedschaft zur freiwilligen Feuerwehr nicht unterbrechen.“ Ganz ohne
Querelen verlief das Anfangsstadium unserer Feuerwehr nicht. So erklärte der
Hauptmann J. Timpke 1897 „ nach verschiedenen Differenzen mit Mitgliedern“
seinen Austritt. Als Nachfolger wurde Gustav Riecken gewählt. Timpke sollte
aufgefordert werden, der Wehr wieder beizutreten. Timpke trat auch wieder ein,
und 1898 wählten ihn seine Kameraden fast einstimmig wieder zum Hauptmann.
Am 11. Februar
1904 feierte die Wehr ihr 10jähriges Stiftungsfest in „Blöcker`s Gasthof“ in
Warnau. Dabei wurden 18 Mitglieder durch den Oberbrandmeister ausgezeichnet.
Zur Finanzierung des Festes gab es Zuschüsse der Gemeinden Barmissen, Fiefhusen
und Warnau. Die Westwalddistrikt-Sparkasse stiftete 100 Mark zur „Ergänzung von
Gebrauchsgegenständen“.
In früheren
Jahren gab es von den Versicherungsgesellschaften Anerkennungen, wenn es bei
Bränden gelang, durch mutigen Einsatz Werte zu erhalten. Als z. B. am
26.06.1905 die Schule in Warnau brannte (das Feuer wurde von oben bekämpft),
zahlten die Laboer Mobiliar-Brandversicherung 40 Mark und die Lübecker
Feuerversicherungsgesellschaft 20 Mark als Anerkennung.
Am 07. April
1907 wird, für den aus Altersgründen ausscheidenden Hauptmann Timpke Gustav
Riecken als Nachfolger gewählt und Timpke zum Ehrenmitglied ernannt. Die Wehr
hatte zu dem Zeitpunkt schon 10 Ehrenmitglieder. Der aktive Dienst musste
übrigens schon im Alter von 60 Jahren beendet werden.
Als weiteren
Eintragungen aus dem Protokollbuch aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg sind zu
nennen:
Es wurden
regelmäßig Feuerwehrbälle durchgeführt.
Zu den
Delegierten-Tagen des Kreisfeuerwehrverbandes entsandte die Wehr jeweils eine
Abordnung. Diese erhielten z. B. 1914 pro Mann 6 Mark aus der
Kameradschaftskasse als Reisegeld.
Der 1.
Weltkrieg von 1914 bis 1918 bedeutete für die Wehr einen Einschnitt. Der Besuch
von Versammlungen und Übungen wird durch den Kriegsdienst zahlreicher Kameraden
gering. Am 26.09.1914 beschließt man, 60 Mark aus dem Vermögen der Wehr dem
ostpreußischen Sammelfond zur Verfügung zu stellen, und am 09.01.1916, den zum
Heeresdienst einberufenen Kameraden „ein kleines Paket mit Liebesgaben“ zu
übersenden.
Die erste
Versammlung nach dem Krieg findet dann am 13.04.1919 statt. Dabei sind „auf
Veranlassung des Herrn Amtsvorsteher Kummerfeld, Löptin, aus der hiesigen
freiwilligen Feuerwehr sechs als Ortspolizei fungierende Mannschaften“ zu
wählen. Diese Aufgabe übernahmen Willy Prien, Gustav Voß, Hans Timpke, Hans
Plambeck, Julius Dibbern, Johs. Timpke. Aus Aufzeichnungen des Jahres 1921 geht
hervor, dass mehrere Kameraden zu Sanitätern ausgebildet worden sind. Ihnen
wurden die dabei entstandenen Reisekosten erstattet.
Am 29.04.1923
legt Hauptmann Gustav Riecken sein Amt aus Altersgründen nieder. Als Nachfolger
wird Christian Muxfeldt gewählt. Die Inflation treibt zu diesem Zeitpunkt die
Preise in die Höhe. Der Beitrag wird auf 400 Mark pro Jahr festgelegt. Das
Strafgeld für unentschuldigtes Fehlen betrug 1000 Mark.
In den
folgenden Jahren beschäftigt die Wehr sich dann mit der Auflösung des
gemeinsamen Löschverbandes Barmissen – Warnau – Fiefhusen.
Am 13.04.1924
stellt Hans Hauschildt aus Warnau den Antrag, die Freiwillige Feuerwehr zu
teilen. Hierüber kann aber die Wehr nicht entscheiden, sondern die beiden Hauptleute
müssen den Antrag bei den Gemeindevertretungen stellen. „Vorläufig bleibt alles
beim Alten.“
Das gemeinsame
Vermögen der Wehr wird am 03.12.1925 aufgeteilt. Die Gemeinde Warnau erhält
137,80 Mark. An Barmissen fällt der Erlös eines am 26.02.1926 abzuhaltenden
Feuerwehrballes.
Anfang 1926 war
dann die Trennung vollzogen. Zum Neubeginn der Freiwilligen Feuerwehr Warnau
schreiben Gemeindevorsteher Einfeldt und Schriftführer Starken: „Nachdem nun
eine Trennung stattgefunden hat, der seit dem 14. Februar 1894 gegründeten
Feuerwehr Warnau, Barmissen und Fiefhusen, musste zum Schutze der hiesigen
Gemeinde eine neue Wehr entstehen. Man war sich nicht recht einig, ob
Freiwillig oder Zwangswehr. Es wurde beschlossen, wieder eine Freiwillige Wehr
zu gründen. Die erste Versammlung wurde dazu auch vom Gem.Vorsteher Herrn Hs.
Einfeldt einberufen. Leider ging die Wahl etwas übereilt, so dass nicht ganz
statuten- gemäß gewählt wurde. Der Schriftführer beanstandete dies, deshalb
fand noch eine Neuwahl statt.“
Diese erste
Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Warnau fand am 23.01.1926 statt. Die
anwesenden 24 Mann sprachen sich mit 23 zu 1 für eine Freiwillige Wehr aus. Bei
der Wahl des Hauptmannes erhielten Hans Hauschildt und Ernst Wilke jeder 8
Stimmen. In einer Stichwahl siegte Hans Hauschildt. Statutengemäß hätte jedoch
eine Entscheidung durch Los herbeigeführt werden müssen. Deshalb wurde Am 06.
Februar die Wahl wiederholt und jetzt Hans Einfeldt zum Hauptmann und Hans
Hauschildt zu seinem Stellvertreter gewählt.
Weitere
Funktionäre der Wehr wurden:
|
Rudolf
Starken |
Schriftführer |
|
Johs. Blöcker
|
Spritzenführer |
|
Karl Schnack |
Steigerführer |
|
Wilh.
Schmedemann |
Spritzenmeister |
|
Hans Hingst |
Hornist |
Es werden acht
Übungen angesetzt. Der Beitrag beträgt monatlich 15 Pfennig. Zuspätkommen
kostet 20 Pfennig Strafe, Nichterscheinen 1 Mark.
Neben der
Freiwilligen Feuerwehr gab es auch immer noch die Zwangswehr. Danach waren alle
jungen Männer des Dorfes verpflichtet, Feuerwehrdienst zu leisten. Sie mussten
sich an den Übungen der Freiwilligen Feuerwehr beteiligen und wurden
insbesondere als Männer an der Spritze eingesetzt, d. h. Wasser Pumpen.
Für den
26.03.1926 war ein Feuerwehrball angesetzt. Wegen Seuchengefahr und der daraus
zu erwartenden geringen Beteiligung fiel der Ball aus.
Nach der
Bestätigung durch den Landrat ist die Trennung von Barmissen im August 1926
offiziell, und es folgte der Vergleich der Ausrüstungsgegenstände. „Leider
geriet unsere junge Wehr sehr ins Hintertreffen“. Deshalb gab Barmissen auch
100 Mark als Abstand, und es wurde eine gute gebrauchte Spritze von der
Germania-Werft, Kiel, angeschafft. Die Schleswig-Holsteinische Landesbrandkasse
gab auch 100 Mark als Beihilfe für anzuschaffende Schläuche. „Um aber auch voll
ausgerüstet dazustehen und der Gemeinde nicht mehr Lasten aufzubürden, schaffen
sich sämtliche Besitzer selbst eigene Stücke an. Ferner wurden Leitern,
Schläuche, Helme, Gurte, Steigerausrüstungen, Überhänge angeschafft, so dass
unsere Wehr als best ausgerüstete Wehr dastand.“
„Am 20. Oktober
1926 wurde unserer jungen Wehr eine besondere Ehre zuteil. Der
Kreisfeuerwehrhauptmann, Herr Paulsen, hatte eine Distriktfeuerwehrbesichtigung
angesetzt und unsere Gemeinde als Übungsort ausersehen.“ Es „brannte“ der
Besitz A. Plön, zu schützen waren die Gehöfte Maaß und Arp. Die Leitung der
Übung lag in Händen von Oberbrandmeister Hauschildt, Nettelsee. Warnau verfügte
über die beste Spritze (noch Handpumpe) im ganzen Distrikt. Die Leistung wurde
nur von der Motorspritze aus Preetz übertroffen. Bedauert wurde, dass das
gemütliche Zusammensein nach der Übung „unserer unterstützungsbedürftigen
Feuerwehr ziemlich teuer“ kam. Schlusswort zu dieser Übung: „Wir wollen uns
aber befleißigen, als beste Wehr im Distrikt zu bleiben.“
Der erste Ball
fand dann am 03.12.1926 statt und brachte bei Einnahmen von 197,62 Mark einen
Überschuss von 77,77 Mark. Die Musik kostete 32 Mark plus 4 Mark Klavierbenutzung.
Das waren noch Zeiten!
Der Hauptmann
Hans Einfeldt legte am 06. April 1930 sein Amt nieder, weil er zum
Amtsvorsteher gewählt worden war. Sein Nachfolger wurde der bisherige
Steigerführer Karl Schnack.

1934 brachte
der Nationalsozialismus mit einem neuen Feuerlöschgesetz entscheidende
Veränderungen in der Organisation und Aufgabenstellung der Wehr. Aus der
Freiwilligen Feuerwehr Warnau wird der Löschzug Warnau der Wehr des Amtsbezirks
Westwalddistrikt. Der bisherige Hauptmann Karl Schnack wird zum Löschzugführer
ernannt. Auf der Jahreshauptversammlung am 11. April 1934 werden die neuen Statuten
bekannt gegeben, anschließend vom Löschzugführer die Verpflichtung der
Kameraden vorgenommen.
Besichtigungen
des Löschzuges fanden im September 1934 in Kirchbarkau und im Juni 1937 in
Nettelsee sowie im Oktober 1937 in Warnau statt. „Wehrführer“ war Hauptbrandmeister
Hauschildt, Nettelsee.
Über die
folgende Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges gibt es im Protokollbuch keine
Aufzeichnungen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Freiwillige Feuerwehr unter dem
im Januar 1947 zunächst kommissarisch eingesetzten Wehrführer Adolf Plön neu
aufgebaut. Im November 1948 wurde er von seinen Kameraden gewählt. Der Wehr
gehörten 16 Mitglieder an. Doch schon im Januar 1949 legte er sein Amt nieder,
und die Mitglieder wählten im Februar Albert Schlichting zum Wehrführer.

In der Zeit des
Neuaufbaus fällt auch das 1953 fertig gestellte neue Spritzenhaus am Dorfplatz.
Ein erster
Höhepunkt im Leben der Wehr nach dem 2. Weltkrieg ist das 60jährige
Stiftungsfest, das am 20. März 1954 mit der ganzen Dorfbevölkerung gefeiert
wurde. Die Gemeinde hatte dazu ein Fass mit 50 Liter Süßwein gestiftet. Noch
dabei war das Gründungsmitglied Christian Schnack.
In den 50er und
60er Jahren nahm die Wehr an zahlreichen Leistungswettkämpfen im Amtsbezirk
teil. 1960 in Leckerhölken wurde dabei der 2. Platz erreicht. 1968 wurde bei
einer Leistungsbewertung, einer Einsatzübung in Warnau, der 4. Platz erreicht
und die Bronzene Plakette errungen. 1971 wurden die Bedingungen für die
Silberne Plakette erfüllt und 1977 diese Leistung wiederholt.
Im Februar
1962, nach der schweren Flutkatastrophe an der Nordseeküste und in Hamburg
beteiligte sich die Warnauer Wehr selbstverständlich daran, Faschinen zu
binden, damit zerstörte Deiche repariert werden konnten.
Auf einer
Mitgliederversammlung am 18.01.1963 wurde als Nachfolger für den aus
Krankheitsgründen ausscheidenden Albert Schlichting Alfred Totzke zum
Wehrführer gewählt.
Am 29.05.1964
passiert auf der Rückfahrt von einer Alarmübung in Löptin ein schwerer
Verkehrsunfall, an dessen Folgen der Kamerad Hans Buchholz stirbt.
Im Herbst 1965
verstirbt Wehrführer Totzke plötzlich. Die Wehr wählt am 10.12.1965 Georg
Berger zu seinem Nachfolger. Auch seine Amtszeit ist nur kurz. Er legt im
Frühjahr 1968 sein Amt nieder und tritt aus der Wehr aus.
Am 05.04.1968 wählt
die Wehr dann Karl Sieck zum Wehrführer, der bereits seit 1956 Stellvertreter
war.
Im Jahre 1969
feierte die Freiwillige Feuerwehr am 17. Mai ihr 75-jähriges Bestehen.
Finanziert wurde das Fest durch einen Zuschuss der Gemeinde in Höhe von 300 DM
sowie durch zahlreiche Spenden von Firmen aus der Umgebung.
1969 wurde auch
erstmalig das Vogelschießen von der Feuerwehr veranstaltet, da die Schule in
Warnau 1968 aufgelöst wurde. Neu ins Programm wurde die Ermittlung von Königin
und König der Erwachsenen aufgenommen.
Aus den
Überschüssen der Kinderfeste legte man 1972 am Dorfteich einen Kinderspielplatz
an und pflegt ihn seitdem. Dieser Spielplatz wurde 1979 als „schönster
Spielplatz“ im Kreis Plön ausgezeichnet.
Seit 1973
findet regelmäßig im Herbst (inzwischen im Frühjahr) eine Brandschutzübung
gemeinsam mit der Nachbarwehr Bothkamp statt. Zu dieser Veranstaltung im Rahmen
der Brandschutzwoche wird die Bevölkerung eingeladen. Zum Abschluss gibt es
einen Imbiss.
Am 31.12.1977
endete die Amtszeit von Karl Sieck wegen Erreichung der Altersgrenze. Sein
Nachfolger als Wehrführer wurde Herbert Arp. Die Amtsübergabe wurde mit einem Kameradschaftsabend
am 18.01.1978 in Leckerhölken gefeiert. Anlässlich dieser Veranstaltung konnte
der „Aktion Sorgenkind“ ein Betrag von 755 DM als Erlöß aus der Versteigerung
einer Milchkanne übergeben werden.
Im Jahre 1978
fasste die Wehr den Entschluss, eine Jugendwehr zu gründen. Mit der Leitung
wurde der Kamerad Uwe Feldmann beauftragt. Die Jugendwehr umfasste 17
Mitglieder (nur Jungen). Ab 1979 waren auch Mädchen dabei.

1978 begann in
Warnau die Diskussion über Frauen in der Feuerwehr. 1979 wurde beschlossen,
auch Frauen als Aktive aufzunehmen. Es kamen jedoch keine Aufnahmeanträge. Dennoch
stellte die FF Warnau mit Brigitte Potreck 1984 die erste Feuerwehrfrau im
Amtsbezirk. Sie wurde aus der Jugendwehr übernommen.
In den 70er
Jahren erhöhte sich die Zahl der aktiven Feuerwehrleute, bedingt durch den
Zuzug zahlreicher neuer Einwohner und durch die Nachwuchsförderung von 20 auf
30. 1982 wurde ein auf 2 Jahre befristeter Aufnahmestopp beschlossen. Die
Mitgliederzahl der Jugendwehr erhöhte sich auf 24 (davon 5 Mädchen).
1984 beging die
Freiwillige Feuerwehr Warnau ihr 90jähriges Jubiläum mit einem Zeltfest vom 7.
bis 9. September. Neben dem Fest-Kommers wurde mit den umliegenden Wehren ein
Warnauer Feuerwehr-Mehrkampf durchgeführt.

1985 stellte
sich die Wehr der Bewertung zum Erwerb des Bronze-Beils und erreichte die
zweithöchste Punktzahl im Kreis Plön in diesem Jahr. Die Jugendwehr ist weiter
im Aufwind. Es wurden 14 neue Mitglieder aufgenommen und ein Stand von 27,
davon 15 Mädchen, erreicht. Sie nahm mit drei Gruppen am Kreisfeuerwehrmarsch
in Panker teil.
1987 stellte
die Wehr sich der Bevölkerung mit einem „Tag der offenen Tür“ vor. Es wurden
Brandschutztips gegeben und der Einsatz von Feuerlöschern demonstriert. Beim
Amtsfeuerwehrtag in Boksee erreichte Die FF Warnau einen hervorragenden dritten
Platz. Die Leitung der Jugendwehr übernahm Ulrich Potreck.
1988 feierte
die Jugendwehr ihr 10jähriges Bestehen. Es fanden ein Kommers im
Dorfgemeinschaftshaus und Wettkämpfe der Jugendwehren des Amtes Preetz-Land auf
dem Dorfplatz statt.
Es folgte dann
ein unruhiges Jahr für die Wehr mit einem zweifachen Wehrführerwechsel. Am
26.06.1988 legte Herbert Arp sein Amt als Wehrführer aus persönlichen Gründen
nieder, schied aus dem aktiven Dienst aus und wurde förderndes Mitglied. Am
26.08.1988 wurde Bodo Mertens zu seinem Nachfolger gewählt. Nach
Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Wehr und Kritik am Wehrführer stellte
Bodo Mertens am 05.05.1989 die Vertrauensfrage. Sie brachte keine Mehrheit für
ihn, und er trat daraufhin zurück und aus der Wehr aus. Mit ihm verließen
mehrere Kameraden die Wehr.
Am 09.06.1989
wurde dann Harald Grabbe, der bisher schon Stellvertreter war, zum Wehrführer
gewählt. Auf dieser und einer der nachfolgenden Mitgliederversammlungen
erfolgte eine vollständige Neuwahl des Vorstandes:
|
Wehrführer |
Harald Grabbe |
|
Stellvertreter |
Gerhard Sieck |
|
Gruppenführer/Gerätewart |
Ingo Berger |
|
Schriftwart |
Hans-Jürgen
Schmidt |
|
Kassenwart |
Jens Reese |
|
Jugendwart |
Ralf
Schöttler |
Die Wehr wurde
unter der neuen Führung auch gleich stark gefordert, denn Mitte Juni brach in
Warnau die eigene Wasserversorgung zusammen, weil der Brunnen in sich zusammengefallen
war. Die Freiwillige Feuerwehr legte noch am selben Abend eine 2,5 km lange
Schlauchleitung nach Nettelsee, mittels derer Trinkwasser nach Warnau gefördert
wurde, und überwachte sie bis zur Inbetriebnahme eines neuen Brunnens ca. 3
Wochen später.
1990 ging die
Mitgliederzahl der Jugendwehr auf vier zurück, und mit neuen Mitgliedern war in
nächster Zeit nicht zu rechnen. Deshalb wurde beschlossen, die Jugendwehr bis
auf weiteres ruhen zu lassen.
1992 stellte
die Freiwillige Feuerwehr sich der Leistungs-Bewertung für das Silberbeil und
erreichte mit 389,94 Punkten das zweitbeste Ergebnis des Jahres im Kreis Plön.
1992 und 1993
wurde gemeinsam mit der Gemeinde der Kinderspielplatz grundlegend neu angelegt.

Ihren 100. Geburtstag
feierte die Freiwillige Feuerwehr Warnau am 11. Februar 1994 mit einem
Kameradschaftsabend in der Gaststätte „Leckerhölken“ unter großer Beteiligung
der aktiven und fördernden Mitglieder, des Ehrenwehrführers Karl Sieck,
zahlreicher ehemaliger Jugendwehrmitglieder und weitere Gäste. Im Jubiläumsjahr
umfasst die Wehr 3 Ehrenmitglieder, 27 aktive Mitglieder und 35 fördernde
Mitglieder.
Das 100jährige
Jubiläum wurde außerdem vom 1. bis 4. September mit einem Zeltfest auf dem
Dorfplatz gefeiert:
Festprogramm
Donnerstag, den
1.9.1994
19.30 Uhr Kranzniederlegung am Ehrenmal
Freitag, den
2.9.1994
19.30 Uhr Fest-Kommers zum 100-jährigen Jubiläum
Samstag, den
3.9.1994
13.00 Uhr Warnauer Feuerwehr-Mehrkampf
mit den
Nachbarwehren
19.30 Uhr Großer Festball mit Riesen-Tombola
Zum Tanz spielt
die Gruppe MaKaBer
Sonntag, den 4.
9.1994
10.00 Uhr Gemütlicher Frühschoppen
14.00 Uhr Warnauer Familien im lustigen
Wettkampf
18.30 Uhr Kesselpauken-Fanfarenzug
auf Ponys
vom Reiterhof
Gläserkoppel
19.30 Uhr Siegerehrung des
Familien-Wettkampfes
20.00 Uhr Premiere der Warnauer
Theatergruppe
anschließend
gemütlicher Ausklang

Auf dieses
Fest-Wochenende, das auch im Film festgehalten wurde, blickt die Freiwillige
Feuerwehr Warnau gern zurück. Bei bestem Wetter wurden ein würdiger Kommers mit
zahlreichen Ehrengästen und der Warnauer Bevölkerung, spannende Wettkämpfe mit
den Nachbarwehren (Sieger FF Honigsee)

und lustige
Spiele mit den Warnauern durchgeführt. Nur der Umzug des Fanfarenzuges auf
Ponys durch das Dorf wurde durch einsetzenden Regen beeinträchtigt.
Die Gemeinde
Warnau machte ihrer Feuerwehr als Dank für ihre langjährigen Aktivitäten ein
besonderes Geschenk. Sie lud die Kameraden inklusive der Ehepartner für ein
Faschings-Wochenende in das Hotel unseres ehemaligen Feuerwehrkameraden
Hans-Hermann Bruse nach Bamberg ein. Im Februar 1995 war es dann soweit, mit
einem gecharterten Reisebus und einer Menge Spaß im Gepäck begann die Reise und
wurde zu einem tollen Erlebniswochenende mit super Kostümen, Bowling und
Karaoke. Jung und alt haben sich gemeinsam köstlich amüsiert.

Im Jahr ihres
100jährigen Bestehens musste die FF Warnau nur selten ausrücken – so die Bilanz
von 1994, die während der Jahreshauptversammlung vorgestellt wurde. Sie hatte
im vergangenem Jahr unter anderem bei einem Wohnbaracken-Brand die Wehr
Bothkamp mit Löscharbeiten unterstützt und nach einem Verkehrsunfall an der B
404 rund 60 Liter Benzin aufgefangen und entsorgt.
Das Jahr 1995
begann für die FF Warnau mit sehr viel Aufregung, denn am 26. Januar musste sie
mit der Unterstützung durch die Bothkamper Wehr Keller lenzen und Wasser aus
dem Dorfteich umpumpen. Dazu waren 4 TSF, jede Menge B- und C- Schläuche und
insgesamt 55 Kameraden im Einsatz.
Am 23. April
wurde die Wehr zu einem schweren Verkehrsunfall auf der B 404 bei Kirchbarkau
gerufen. Neben hohem Sachschaden und einigen Verletzten war leider eine Tote zu
beklagen.
Am 23. Mai
leistete die FF Warnau Löschhilfe bei einem Scheunenbrand in Kirchbarkau
(Reese, Warnau).
Am 17. Juli
brannte ein Gerstenfeld in Barmissen.
Am 24. Juli ein
erneuter Flächenbrand zwischen Bothkamp und Bissee.
Am 29. Juli
wurde die FF Warnau zu einem Großbrand nach Barmissen gerufen. Hier waren 15
Kameraden 4 Stunden im Einsatz.
Am 09. August
wurde in Havighorst Löschhilfe geleistet.
Der
Mitgliederstand am 31.12.1995 betrug:
29 Aktive
Mitglieder
3 Ehrenmitglieder
43 Fördernde
Mitglieder
Es gab eine
neue Feuerwehrsatzung, die besagt, dass die Feuerwehr nun auch offiziell
Aufgaben des Katastrophenschutzes zu übernehmen hat.
Ihren ersten
Einsatz im Jahr 1997 hat die Feuerwehr Warnau in der Nacht vom 23. auf den 24.
Februar in Dosenbek. Es gelang nicht, den landwirtschaftlichen Betrieb zu
retten, jedoch ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser konnte
verhindert werden. 21 Kameraden waren fast 10 Stunden im Einsatz.
Am 20. August
1997 Großeinsatz mit 13 FF-Fahrzeugen, 2 Polizeiwagen und 5 Traktoren. Es gab
einen Flächenbrand in der Gemarkung Warnau. Mit massivem Materialeinsatz konnte
der Brand gelöscht werden.
Trotz alle dem
fanden auch die alljährlichen Feste statt: Osterfeuer (die Organisation dieses
Festes wurde inzwischen an die Gemeinde abgetreten), Vogelschießen,
Feuerwehrball, Preisskat und Kameradschaftsabend.
Für den 05.
September 1998 war „Ein Tag der offenen Tür“ angesetzt, der die Aufgaben der
Freiwilligen. Feuerwehr verdeutlichen und zur Aufklärung der Bevölkerung
beitragen sollte.
Zwei Tage zuvor
brannte in Warnau ein Haus, das eigentlich sowieso abgerissen werden sollte,
weil dort zwei neue Doppelhäuser in der Bauplanung waren. Bei diesem Brand konnten
die Warnauer Wehr und die Nachbarwehren aus Barmissen, Bothkamp und Kirchbarkau
wieder einmal die Notwendigkeit unserer Freiwilligen Feuerwehren unter Beweis
stellen. Benachbarte Gebäude, darunter das Reetdachgebäude von Reichmuth,
konnten geschützt werden.
Im Jahre 1998
wurde über die Möglichkeit zur Wiederbelebung der eigenen Jugendwehr
diskutiert. Die Reaktivierung erfolgte im Jahre 1999. Heinz-Peter Kannenberg
wurde zum Jugendwart ernannt. Warnau hat wieder eine Jugendfeuerwehr mit 12 Mitgliedern!
Das Jahr 1999
war ein ruhiges Jahr ohne große Einsätze. Dafür sorgte die neue Jugendwehr für
Programm. Am 06. Juni waren sie zum Wettbewerb „Spiel ohne Grenzen“ in Eutin
und erreichten, unter 52 Jugendwehren einen beachtlichen 5. Platz. Über eine
positive Aufwärtsentwicklung beim Nachwuchs freute sich auch Amtswehrführer
Jürgen Mölln (Barmissen). Daher ging der Jahresteller des Amtsvorstehers
diesmal auch gezielt an die Feuerwehr Warnau für die Wiederaktivierung der Jugendwehr.

Auch das Jahr
2000 war im Hinblick auf Einsätze Gott sei Dank ruhig verlaufen.
Die FF Warnau
ist mittlerweile mit dem Personaldatenerfassungs- System Fla SH 112
ausgerüstet. Es wurden Lehrgänge im Atemschutz, Motorsäge, Sprechfunk und
Truppführer erfolgreich absolviert.
Der
Mitgliederstand betrug am 31.12.2000:
27 Aktive,
davon 3 Reservemitglieder und 5 Ehrenmitglieder
13
Jugendwehrmitglieder
52 fördernde
Mitglieder
Die Jugendwehr
feierte auch einige Erfolge in diesem Jahr, unter anderem Abnahme der
Leistungsspange. 2002 übernimmt Birgit Hoffmann die Leitung der Jugendwehr,
Dennis Hoffmann wird stellvertretender Jugendwart.
Harald Grabbe
stellte sich 12 Jahren als Wehrführer nicht wieder zur Wahl, bleibt der Wehr
aber weiterhin als aktives Mitglied erhalten. Zum Nachfolger wurde am
22.02.2002 Johannes Pöhlmann gewählt.
Der Vorstand
der FF Warnau setzte sich danach wie folgt zusammen:
|
Wehrführer |
Johannes
Pöhlmann |
|
Stellvertr. Wehrführer |
Gerhard Sieck |
|
Gruppenführer
|
Ingo Berger |
|
Schriftwart |
Karl Th.
Oberem |
|
Kassenwart |
Udo Kaup |
|
Jugendwart |
Birgit
Hoffmann, Dennis Hoffmann |
In die
Durchführung der großen Feste der Wehr werden zur Unterstützung der aktiven
Kameraden weitere Bürger des Dorfes einbezogen.
Wie jedes Jahr
folgt auch am 25. Mai 2003 die gemeinsame Übung mit der FF Bothkamp, erstmalig
dabei die FF Nettelsee. Dies ist bis heute so bei geblieben.

2004 übernahmen
Holger und Astrid Schramm die Führung der Jugendwehr.

Auf dem
Spielplatz waren dringend notwendige Reparaturen der Klettergerüste notwendig.
Die FF Warnau unterstützt die Gemeinde dabei mit den Überschüssen die den
Kinderfesten.
In den letzten
1o Jahren ist ein Gesamtbetrag von ca. 2000 Euro an den Kinderspielplatz
gegangen!

Das 110.
Jubiläum der FF Warnau wurde am 12. September mit einer Fußgängerrallye in
etwas kleinerem Rahmen gefeiert. Man stimmte überein, das 112jährige größer zu
begehen.
Am 4. Januar
2005 trat Wehrführer Johannes Pöhlmann aus privaten Gründen von seinem Amt
zurück. Gerhard Sieck wurde als Nachfolger gewählt. Der neue Vorstand setzt
sich wie folgt zusammen, der in dieser Form auch heute noch im Amt ist:
|
Wehrführer |
Gerhard Sieck |
|
Stellvertreter
u. Jugendwart |
Holger
Schramm |
|
Gruppenführer
|
Malte Först |
|
Schriftwart |
Karl Th.
Oberem |
|
Kassenwart |
Udo Kaup |
|
Gerätewart |
Ingo Martin |
Im 112.
Jubiläumsjahr der Freiwilligen Feuerwehr beläuft sich der Mitgliederbestand auf
24 Aktive, 6 Ehrenmitglieder und 43 fördernde Mitglieder.
Die
Jugendfeuerwehr Warnau hat nur noch 4 Mitglieder. Sie wird nicht aufgelöst, der
Dienstbetrieb ruht aber bis auf weiteres.
Damit können
wir zufrieden sein. Doch nichts ist so gut, als dass man es nicht noch besser
machen könnte. Deshalb würde die Freiwillige Feuerwehr Warnau sich über weitere
Kameraden(innen) herzlich freuen.
In Warnau hat
es in den letzten 112 Jahren zum Glück relativ selten Großbrände gegeben. Viele
andere Einsätze wie Kleinbrände, Schornsteinbrände, Verkehrsunfälle, Sturm- und
Wasserschäden wären zu nennen.
„Helfen,
Retten, Bergen, Schützen“ lautet der Wahlspruch der Feuerwehren heute. Nicht
die Brandbekämpfung, sondern Hilfeleistungen verschiedenster Art, Beiträge zur
Gestaltung des Dorflebens (Vogelschießen, Grillabende, Preisskat, etc.) und
Baumaßnahmen (siehe neuer Anbau des Bauhofs
, Kinder-
Spielplatz) bilden den Schwerpunkt der Einsätze, die heute den Dienst der
Freiwilligen Feuerwehr ausmachen, und manchmal gibt es auch erfreuliche „Einsätze“:

Die FF Warnau
(Stand 2006)
|
Bartholdy, Alf |
AS-Gerätewart |
|
Bartholdy, Petra |
|
|
Danklefsen, Ole |
stv. Gruppenführer / AST |
|
Först, Malte |
Gruppenführer |
|
Först, Torsten |
|
|
Friedrich, Sven |
|
|
Helbing, Holger |
|
|
Kaup, Udo |
Kassenwart |
|
Knöller, Jörg |
|
|
Kuczmann, Attila |
|
|
Frey, Stefan |
|
|
Martin, Ingo |
Gerätewart |
|
Oberem, Karl Th. |
Schriftwart |
|
Plambeck, Andreas |
|
|
Potreck, Dirk |
AST |
|
Reese, Jens |
AST / stv. GW |
|
Schramm, Astrid |
|
|
Schramm, Holger |
Stv. Wehrführer / SiBe |
|
Seemund, Jörg |
|
|
Sieck, Gerhard |
Wehrführer |
|
Zemke, Matthias |
AST |
|
Grabbe, Harald |
Reserve |
|
Schmidt, Hans-Jürgen |
Reserve |
|
Schöttler, Ralf |
Reserve |
|
Erdmann, Horst |
Ehrenmitglied |
|
Fahrenkrog, Volker |
Ehrenmitglied |
|
Feldmann, Uwe |
Ehrenmitglied |
|
Hoffmann, Hans-Peter |
Ehrenmitglied |
|
Sallach, Hubert |
Ehrenmitglied |
|
Voß, Erhard |
Ehrenmitglied |
Viele Kameraden
sind im
Laufe unseres
Bestehens
von uns
geschieden.
In stiller
Ehrfurcht gedenken
wir unserer
Toten
und werden in
ihrem Sinne
zum Wohle
unserer
Organisation
weiter wirken.
Ihr Andenken
ist uns
Verpflichtung
und
Mahnung
zugleich.
Freiwillige
Feuerwehr Warnau
Persönliche
Erinnerungen aus der Jugendfeuerwehr:
Zuhause
ist………….
…….wenn man
nach 13 Jahren wieder dorthin zurück kehrt, wo man groß geworden ist!
Warnau; ein Ort
mit vielen Erinnerungen an meine Kind- und Jugendzeit. Die Schule und die
Vereine denen ich beigetreten war. Anlässlich des 112-jährigen Jubiläums der
Freiwilligen Feuerwehr Warnau möchte ich einen kurzen Überblick aus meinen ganz
persönlichen Erinnerungen wiedergeben.
Der
überwiegende Teil bestand aus Mädchen. Uns trafen Blicke aus Neid aber auch aus
Freude der anderen Wehren. Selbstverständlich wussten wir nämlich, was bei
einem Schnellangriff auf dem Bolzplatz in Dosenbek und was bei einem
Löschangriff auf dem Dorfplatz in Warnau getan werden musste. Regelmäßige
Übungen (immer Dienstags 18.00 Uhr) führten wir nach bestem Wissen und Gewissen
und immer mit einer Portion spaß, unter Anleitung unseres Jugendwartes Ulrich
Potreck aus. Gerätekunde an unserem Löschfahrzeug gehörte genauso dazu wie
Löschzug-Gefahrenübungen in Plön. Zur Belohnung gab es Ausflüge in den Hansapark
Sierksdorf, wir gingen Eisessen oder trafen uns zu gemeinsamen Videoabenden im
Dorfgemeinschaftshaus. Ob nun die Weihnachtsfeier in Uniform mit Käppi oder ein
10 Km-Marsch mit Kombi und Helm, zum Höhepunkt eines Jahres gehörten die
Zeltlager wie z.B. Adlerhorst am Plöner See oder das unvergessene
Wettkampf-Wochenende in Hanstedt (Niedersachsen) wo wir im Waldfreibad
übernachtet haben. Es wurden Kontakte zu anderen Wehren geknüpft und es entstanden
lange Freundschaften, die durch gegenseitige Besuche gepflegt wurden.
Unsere Truppe
war in der Gemeinschaft
durch
Disziplin, Kampfgeist und Mut unvergesslich. Ganz nach dem Motto: Einer für Alle, alle für Einen.
Hiermit möchte
ich einmal der Feuerwehr Warnau danken für die tollen Erlebnisse, die teilweise
bleibende Eindrücke bei mir hinterlassen haben und ich mich sehr gerne an die
Zeit zurück erinnere.
Ich drücke der
Feuerwehr alle Daumen, dass die Jugendfeuerwehr Warnau durch genügend
Mitglieder bald wieder aktiv werden kann.
Alles Gute
weiterhin wünscht
Petra Haecks,
auch im Namen meines Bruders Stefan (Santiago de Chile)
In der
Feuerwehr muss alles geordnet zugehen. Den Rahmen dafür schaffen Gesetze,
Satzungen und Beschlüsse der Mitgliederversammlung. Was heute das
Landesbrandschutzgesetz ist, war z. Z. der Gründung unserer FF die Polizeiverordnung,
betreffend das Feuerlöschwesen auf dem platten Lande vom 15. April 1889. Danach
war in jeder Gemeinde eine Brandwehr zu errichten.
In der
Anfangszeit der Feuerwehren waren diese auch schon gegliedert. Heute sind es
Trupps oder Züge, früher waren es Abteilungen oder Mannschaften, aber die
Funktionen finden sich alle wieder.
Den
Spritzenführer nennen wir heute Maschinist. Ihm war eine Spritzenmannschaft
zugeteilt. Denn die Bedienung der Spritze, die heute durch Kurbel, Knopfdruck
und Gashebel erfolgt, das Tanken nicht zu vergessen, erfolgte früher durch die
Muskelkraft.
Eine Abteilung
sorgte für das Herbeischaffen des Wassers. Heute erledigen das der Wasser- und
der Schlauchtrupp, die die Saugleitungen zu Wasser bringen. Früher musste das
Wasser in Eimern herangeschafft und in die Spritze gegossen werden, oder es
wurde in Tonnen herbeigefördert. Moderne Spritzen saugten das Wasser selbst
durch Zugbringer (=Saugleitungen) an.
Die Rettung
gefährdeter Menschen und Tiere, die Bergung von Gegenständen und die
Brandbekämpfung lag in Händen der Retter- und Steigerabteilung, den heutigen
Bergungs- und Angriffstrupps, geleitet von dem Steigerführer. Ihr Einsatz ist
zweifellos der gefährlichste Teil bei einem Brandeinsatz.
Für einen
störungsfreien Einsatz sorgte die Ordnungsmannschaft. Die gleiche Aufgabe
erfüllt heute der Absperrtrupp.
Der Wehrführer
wurde in früheren Zeiten Hauptmann genannt. Ihm vorgesetzt war der
Oberbrandmeister. Wir würden ihn heute als Amtswehrführer bezeichnen.
Die Pflege der
Gerätschaften oblag dem Spritzenmeister. Seine Funktion hat der Gerätewart
übernommen. Damals musste auch die Pflege der Schläuche noch in eigener Regie
gemacht werden; denn eine Kreisschlauchpflegerei wurde erst nach dem 2.
Weltkrieg eingerichtet.
Zum Einsatz
mussten die Feuerwehrleute alarmiert werden. Heute genügt ein Anruf bei der
Rettungsleitstelle des Kreises Plön (Notruf 112) und es wird Sirenenalarm
ausgelöst. Früher hatte der Hornist dieses wichtige Amt der Alarmierung inne.
Auch 10 Minuten vor Übungen wurde zum Sammeln geblasen.
Regelmäßige
Übungen waren immer eine Tugend der Feuerwehr. In den Anfangsjahren wurden
jeweils 8 Übungen abgehalten, je 4 in Warnau und in Barmissen. Heute umfasst
der Dienstplan der FF Warnau 12 regelmäßige Ausbildungstermine sowie bei Bedarf
zusätzliche Einsatzübungen, Erste-Hilfe-Kurse und sonstige Fortbildung.
Wie man sieht,
ist in 112 Jahren fast alles beim alten geblieben. Und gelöscht wird auch heute
noch mit Wasser; heute allerdings je nach Ursache des Feuers auch mit anderen
Löschmitteln.
Einige größere Einsätze der FF Warnau
vor 1994:
Die
nachfolgende Aufzählung von „Arbeiten“ der Freiwilligen Feuerwehr Warnau erhebt
keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber beispielhaft, was die Feuerwehr
in ihrer Geschichte so zu tun hatte.
|
1905 |
Warnauer
Schule brennt |
|
1907 |
Wohnungsbrand
des Kätners Ludwig Tietgen |
|
1912 |
2 Scheunen
des Hufners Hans Hingst (heute Gehöft Krochmann) |
|
1914 |
Gehöft Arp |
|
1929 |
Gehöft Arp |
|
1962 |
Flutkatastrophe
der deutschen Nordseeküste (FF Warnau band Faschinen) |
|
1966 |
Scheune der
Land- und Gastwirtschaft Karl Sieck |
|
1967 |
Reethaufen
bei Karl-Heinz Reese (heute Gehöft Riecken) |
|
1979 |
Schneekatastrophe |
|
1984 |
ausgelaufenes
Heizöl |
|
1985 |
Rehbock im
Swimming-Pool bei Wehrmann (heute Teichert) |
|
1987 |
Fahrzeugbrand
bei Geißler, durch eingeschlagene Wohnzimmerscheibe 2 Feuerlöscher von
Unbekannten in der Stube entleert |
|
1989 |
Brunnen der
örtlichen Wasserversorgung zusammengebrochen – Wasserversorgung aus Nettelsee
aufgebaut |
|
1989 |
Gegenüber von
Sallach im Hochfelder Weg Baumbrand durch böswillige Silvesterknallerei |
|
1990 |
Unwetter in
Schleswig-Holstein: Katastrophenalarm! |
|
1991 |
Bepflanzung
einiger Flächen auf dem Klärteichgelände |
|
1992 |
vier
unheimliche Brandserien in Warnau und Barmissen, brennende Strohballen |
|
1993 |
Schwere
Stürme: umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste sind zu beiseitigen |
|
1993 |
Erstmalige
Durchführung des Osterfeuers für die Dorfbewohner |
|
1993 |
Die FF Warnau
wird in einen Unfall auf der B404 verwickelt. |
Die Feuerwehr
ist vorrangig dazu da, vor Feuer zu schützen,
wie der Name
schon sagt. Der Schutz umfasst dabei verschiedene Möglichkeiten. Da ist einmal
der vorbeugende Brandschutz zu nennen, die Aufklärung der Bevölkerung über die
Gefahren und ihre Vermeidung und zum anderen die Bekämpfung des Feuers.
So ist es immer
gewesen! In den letzten Jahrzehnten sind jedoch viele andere Aufgaben
hinzugekommen.
Unsere
Wehrführer auf einen Blick
1894 Johannes
Timpke
1897 Gustav
Riecken
1898 Johannes
Timpke
1907 Gustav
Riecken
1926 Hans
Hauschildt
1926 Hans
Einfeldt
1930 Karl
Schnack
1948 Adolf Plön
(Militärreg. einges.)
1949 Albert
Schlichting
1963 Alfred
Totzke
1965 Georg
Berger
1968 Karl Sieck
1978 Herbert
Arp
1988 Bodo
Mertens
1989 Harald
Grabbe
2002 Johannes
Pöhlmann
2005 Gerhard
Sieck
Wir danken
allen Freunden
und Förderern
unserer Wehr
für die
finanzielle Unterstützung
und allen
Inserenten für Ihre Anzeige,
die so mit zum
Gelingen der Herausgabe
dieser
Festzeitschrift und unserer
112-Jahr-Feier
beigetragen haben.
Die
Kameradinnen und Kameraden der
Freiwilligen
Feuerwehr Warnau
Zum Glück
brannte es nicht allzu oft, aber wenn es brannte, dann bedeutete das auch
Aufregung. Denn natürlich musste alles sehr schnell gehen; denn schließlich
sollte die Hilfe auch rechtzeitig kommen.
Jeweils zwei Gehöfte
hatten bei Feuer Pferde und Wagen zu stellen. Nach jedem Einsatz ging diese
Bereitschaft auf andere Bauern über. Auf einen Wagen wurden die Spritze und
weitere Gerätschaften verladen, das zweite Gespann fuhr die Mannschaft. Später
war dann eine Spritze auf Rädern vorhanden, die von vier Pferden gezogen wurde.
Die alten
Feuerspritzen saugten das Wasser nicht selbst aus einem Teich oder Brunnen,
sondern hatten einen kleinen Behälter, der durch Eimer oder Tonnen gefüllt
werden musste und aus dem die Spritze das Wasser dann weiterpumpte. So ein
„Wagen mit Tonne“ gehörte deshalb früher auch zu einem Löschzug. Und in dieses
Gefährt stellte man sich dann auch auf der Fahrt zum Einsatz. Der
Sicherheitsbeauftragte würde heute erschaudern bei so einem wagemutigen
Unternehmen. So soll dieses Gefährt denn auch schon mal „umgeschmissen haben“.
Die Fahrt zum
Einsatz war schon ein Abenteuer, besonders nachts. Natürlich war man mit
Laternen ausgerüstet. Aber die Wege waren eng und holperig. Der Hauptmann ritt
zu Pferde voran. Von so einer Einsatzfahrt wird berichtet, dass der überhängende
Knick dem Kameraden Otto Maaß den Helm vom Kopf schlug. Also stoppte der ganze
Zug erst mal, absitzen und Helm suchen – und das in finsterer Nacht! Ein
weiteres Malheur passierte, als von der Brandstelle wieder abgerückt werden
sollte. Der Hornist sollte zum Abmarsch blasen. Nur – der Hornist war weg! Er
nutzte die Gelegenheit, den Einsatz mit einem Besuch bei seiner Freundin zu
verbinden. Trotzdem sollen alle Kameraden wieder heil in Warnau angekommen
sein.
Nicht immer
ging es bei Einsätzen so hitzig zu. Karl Sieck erzählte von einem Feuer im
Nachbardorf, zu dem auch Warnau alarmiert war. Er als Mitarbeiter auf dem
Gehöft Einfeldt hatte die Spritze zu fahren und stand auch mit den Pferden
bereit – bloß die Feuerwehrleute kamen nicht. Und so fand das Feuer ohne die
Warnauer statt.
Bei einem Feuer
in Nettelsee auf dem Hof Blöcker 1935 war auch die Warnauer Wehr dabei. Ihre
Schlauchleitungen hatten die Schienen der Kleinbahn Kiel-Segeberg zu kreuzen.
Damit der Zug nun nicht über die Schläuche fuhr oder gar entgleiste, wurden auf
den Schienen Männer zum Absperren postiert. Ob`s den Lokführer wohl
interessiert hätte? Zum Glück kam kein Zug. Später verlegte man den Schlauch
unter die Schienen.
Als 1945 schon
nach Ende des 2. Weltkrieges und des Dritten Reiches Schloß Bothkamp brannte,
war auch die Warnauer Wehr angefordert. Hauptmann Karl Schnack meldete den das
Schloß besetzt haltenden Engländern zackig mit dem „deutschen Gruß“. Die Engländer
meinten, das wäre wohl so üblich bei der Feuerwehr.
Schaulustige
soll es bei Einsätzen früher kaum gegeben haben; denn jedermann konnte zum
Dienst an die Pumpe befohlen werden. Die Spritze musste immerhin von 8 Männern
betätigt werden, und weitere 8 Mann standen als Ablösung bereit.
Widrige
Umstände behinderten manchen Feuerwehreinsatz. Als es einmal bei starkem Nebel
bei Arp brannte, lief der Einsatz regelrecht an Steigerführer Karl Schnack
vorbei. Er hatte kein Feuerhorn gehört und auch nicht bemerkt, dass die Nachbarwehren
direkt vor seinem Haus lang fuhren. Am nächsten Tag stellte er voll Entsetzen
fest, dass es bei Arp gebrannt haben musste.
Häufig fanden
Besichtigungen der Feuerwehren durch den Kreisfeuerwehrhauptmann und den
Oberbrandmeister statt. Einmal nahm Oberbrandmeister Hauschildt die Front mit
nur einer Gamasche ab, die zweite lag zur Schonung zu Hause. Solche
Besichtigungen waren manchmal auch mit einem leiblichen „Brand“ verbunden. So
musste ein Kamerad während einer Besichtigung in Kirchbarkau beim Antreten
kräftig gestützt werden.
Unser ehemaliges Ehrenmitglied Christian Leiner hat diesen Feuerwehralltag noch miterlebt. Wir danken ihm für seine diesbezüglichen Erinnerungen.